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Heute war es endlich soweit, mein Praktikumskollege und ich haben erstmals Willemstad verlassen und die Gelegenheit genutzt, uns den Norden der Insel zu erkunden.
Ziel war der Shete Boka Nationalpark im Nordwesten der Insel. Da die Insel nicht wirklich groß ist, war die Autofahrt mit etwa 45 Minuten entsprechend kurz und angenehm. Der Straße nach Westpunt folgend, konnte man die Einfahrt in den Nationalpark nicht wirklich verfehlen. Die Mauer mit Malereien von Schildkröten und dem Hinweis “Carmabi Parke Nashonal Shete Boka” war auch für uns Frischankömmlinge mit einfachen Orientierungskenntnissen ein Leichtes zu finden.

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Wie wir später herausgefunden haben, ist es nicht zwangsweise notwendig, auf dem großen Hauptparkplatz zu parken, ihr habt die Möglichkeit, mit dem Auto die Küste entlangzufahren und an einigen kleineren Parkmöglichkeiten zu halten.

Unterirdische Höhle und die erste Boka

Für uns ging es nun von dem großen Parkplatz aus in Richtung Küste, mit dem ersten Ziel, die unterirdische Höhle bei Boka Tabla. Ein paar in den Stein gearbeitete Stufen führten uns hinunter in die kleine Grotte. Für den Anfang ist sie allemal sehenswert aber wenig spektakulär, jedenfalls im Vergleich zu dem was uns noch erwarten sollte.

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Anschließend ging es, nach einer kurzen Fotosession, weiter in Richtung Küste. Von einer kleinen hölzernen Plattform oberhalb der Bucht Boka Tabla aus, lag uns die gesamte zerklüftete Küste zu Füßen.

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Von hier aus genossen und bestaunten wir den wunderschönen Blick auf die Bucht und die eindrucksvolle Küstenlandschaft. Mit einer enormen Kraft und Energie arbeitet sich die stürmische See den Kalksteinterrassen entgegen, um sich anschließend zu meterhohen Fontänen und Wasserwänden aufzubäumen.

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Die Küste gleicht mit ihren unzähligen scharfkantigen Gesteinen einer Mondlandschaft. Trotz der kargen Landschaft und der unruhigen See befindet sich an diesem Ort der Lebensraum für viele verschiedene Tierarten. Die scharfkantigen Klippen und Felsen bieten ideale Versteckmöglichkeiten für die vielen Eidechsen, Leguane und anderen Reptilien. In den Buchten des 1994 eröffneten Parks liegen einige geschützte Brutplätze für Schildkröten.

Der Shete Boka Wandomi Trail

Nach einem längeren Aufenthalt und dem ein oder anderen Foto, ging es für uns auf den ersten der beiden Trails. Mit dem richtigen Schuhwerk ausgestattet, führte uns der Boka Wandomi Trail zu der gleichnamigen Bucht im Norden des Nationalparks.

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Bei der einstündigen Wanderung durch die zerklüftete Landschaft hatten wir die ganze Zeit über einen atemberaubenden Blick auf die faszinierende Küstenlandschaft. Oberhalb der Boka Wandomi befindet sich eine gut platzierte Aussichtsplattform mit einem herrlichen Panoramablick über die gesamte Bucht. Um den Weg fortzusetzen, ging es über eine steinerne Treppe hinunter in die Bucht. Viele Besucher haben in der kleinen Schlucht die herumliegenden Steine genutzt, um Grüße jeglicher Art im Boden oder auf den Felsvorsprüngen zu hinterlassen. Natürlich haben auch wir uns verewigt, immer dieser Gruppenzwang.

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Nach dieser kleinen künstlerischen Einlage ging es auf der anderen Seite der Bucht eine weitere Treppe hinauf auf das gegenüberliegende Plateau. Wenige Gehminuten später erreichten wir die Aussichtsplattform der Natural Bridge, einer faszinierenden Kalksteinformation in der Form einer Brücke.

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Nach einer kurzen Pause, nahmen wir den etwa einstündigen Rückweg in Angriff, um uns im Anschluss dem zweiten Trail zu widmen. Dieser war für mich auch der atemberaubendere und für mich ein absolutes Muss für alle Naturliebhaber.

Der Shete Boka Pistol Trail

Der Boka Pistol Trail führte uns zunächst von Boka Tabla aus in Richtung Süden zur Boka Kalki. Von der schönen aber nicht so spektakulären Boka Kalki aus, führte uns der Weg weiter, ehe wir nach etwa 20 Minuten mein persönliches Highlight erreichten, Boka Pistol. Ich kann euch sagen, dass müsst ihr erleben, wenn ihr im Shete Boka Park seid.

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Der Name „Pistol“ ist wahrlich nicht zufällig gewählt und der Name ist hier im übertragenen Sinne Programm. Aufgrund der starken Verengung der Kalksteinformation, im hinteren Teil der kleinen Bucht, wird die Energie der ankommenden Wellen so stark auf einen kleinen Bereich gebündelt, dass sich die Wassermassen meterhoch in den Himmel erstrecken und mit diesem zu verschmelzen scheinen.

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Die atemberaubende Kraft des Meeres und der wunderschöne Anblick dieses Naturschauspiels sind einmalig auf der Insel. Ich kann euch gar nicht genau sagen, wie lange wir hier verweilt haben, es war einfach atemberaubend schön.

Dass ich es wieder übertreiben musste, war jedoch klar. Um ein paar schöne Aufnahmen zu machen, haben wir uns so positioniert, dass sich die Bucht genau zwischen mir und dem Fotografen befindet. Das heißt, ich habe in akribisch genau geschaut, wo die zerklüfteten Felsen trocken sind und bin so nahe, wie es mir sicher erschien, an die Bucht herangetreten, um dem Schauspiel möglichst nahe zu sein.

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Das ging auch eine ganze Weile gut und Welle für Welle rollte heran und eine Fontäne übertraf die nächste. Die herunterkommenden Wassermassen waren aber immer noch weit genug entfernt, so dass ich nicht nass werden konnte. Das änderte sich aber schlagartig. Gerade als ich mich langsam auf den Rückweg machen wollte, ergoss es sich wie aus Eimern über mir. Da wo es wahrscheinlich den halben Tag trocken war, war auf einmal alles nass und das Wasser rann nur so zwischen den scharfkantigen Gesteinen unter meinen Füßen in Richtung Bucht. Ich war klitschnass und das Gespött der Touristen war mir sicher.

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